Die U1-Verlängerung im Detail
Hier können Sie sich die geplante Trasse ansehen.
Was bedeutet die U1-Verlängerung wirklich?
Eine kurze Präsentation in Bildern
Dienen die seitens der Stadt Wien vorgebrachten Argumente nur dazu, eine Rechtfertigung für die (doch nicht benötigte) U-Bahn Verlängerung zu finden? Kann es eine U-Bahnverlängerung ohne Verbauung von Rothneusiedl geben? Hier eine Stellungnahme zu den vielen Gründen, warum Rothneusiedl „nichts dringender braucht“ als die U1.
(gehört von einem Fahrgast in der Straßenbahn)
Stimmt leider nicht! Dafür passen einerseits die baulichen Gegebenheiten nicht (die verfügbare Breite etc.), andererseits gäbe es ja für die gesamte Phase der U-Bahn Verlängerung überhaupt keinen Verkehr auf dieser Strecke — weder mit der U-Bahn noch mit der Straßenbahn ... Die U-Bahn soll neben der Favoritenstraße (und neben der Hansson-Siedlung) verlaufen und auf Höhe der Oberlaaer Straße entlang der Mühlgasse weitergeführt werden.
nachzulesen: Webservice der Stadt Wien — 1,85 Milliarden für U-Bahnausbau in Wien
Tatsache ist aber:
Fahrgäste zur Hannson Siedlung Ost, Thermensiedlung, Schulen und zum Kurzentrum Oberlaa müssen in Zukunft bei der Station „Donauländebahn“ von einem Shuttle-Bus in die U-Bahn umsteigen. Die künftige U-Bahn führt am bereits stadtentwickelten Gebiet vorbei!
Da normalerweise keine doppelte Linienführung betrieben wird es hoch wahrscheinlich, dass im Falle einer „U1 Süd Verlängerung“ die Linie 67 eingestellt wird. Derartige Entwicklungen sind auch bei anderen U-Bahn Verlängerungen zu beobachten ...
Auf der zukünftigen U1 Strecke Reumannplatz — Donauländebahn (die derzeit von der Straßenbahnlinie 67 abgedeckt wird) sind drei Stationen weniger geplant. Mit anderen Worten: Drei derzeitige Haltestellen werden ersatzlos aufgelassen: Troststraße, Schleiergasse sowie Stockholmer Platz.
Das alles ist verkehtstechnisch eine Verschlechterung!
Die Fahrzeit vom Kurpark Oberlaa zum Reumannplatz mit dem jetzigen 67er beträgt 16 Minuten (laut Wiener Linien Fahrplanauskunft). Im Durchschnitt wird dir Fahrt von Rothneusiedl oder Oberlaa in Richtung Reumannplatz mit der U-Bahn nicht schneller sein: Einerseits kommt ein Umstieg dazu, andererseits sind die Fahrgäste durch weitere Wege zu den Stationen länger zu Fuss unterwegs!
So gesehen eine Nicht-Verbesserung der Situation um teures Steuergeld, zu einem hohen ökologischen Preis und mit sehr viel Unzufriedenheit derjenigen (zuküftigen) Wähler, die entlang der Baustelle leben!
Im Falle der U-Bahnverlängerung wird die Straßenbahnlinie 67 eingestellt, es steht somit einem Ausbau der Himbergerstraße / Favoritenstraße keine Schienentrasse mehr im Weg. Wir bekommen eine neue „Autobahn mitten in die Stadt hinein“. Die jährliche Zunahme des Individualverkehrs sorgt für die entsprechende Auslastung. Die „Stadterweiterung“ nach Rothneusiedel sorgt für die entsprechende Mehrauslastung.
Die geplanten 3000 Parkplätze füllen täglich vielleicht 3 bis 4 U-Bahnzüge. 3000 Autos sind nur ein Bruchteil des täglichen Pendlerverkehrs. Wenn die gebührenpflichtigen P&R Parkplätze von den Autofahrern nicht angenommen werden, dann werden die Straßen in der Umgebung der U-Bahnstationen zugeparkt werden.
Wenn diese Situation eintritt und es im Süden Favoritens zu einer Parkplatz-Knappheit kommt, dann wird die Folge daraus Parkraumbewirtschaftung sein. Wir müssen für den eigenen Parkplatz ein Parkpickerl kaufen ...
Damit die U-Bahn wirtschaftlich vertretbar wird müssten ca. 20.000 Wohnungen bei der Endstelle entstehen. Im Gespräch sind 4.000 bis 8.000 Wohnungen. Die U-Bahn wird fast leer in die Endstation einfahren. Die U1 nach Rothneusiedl wird ein Verlustunternehmen sein, das der Steuerzahler finanzieren muss.
Intensive „Stadtentwicklung um jeden Preis“ und massive Verbauung von Grünland wären erforderlich, um diese U-Bahn rentabel zu machen — ökologisch und ökonmisch ein Wahnsinn! Aber das sind die Absichtserklärungen von Bürgermeister Häupl!
Einkaufszentrum, Stadion, Büroräumlichkeiten, Wohnungen etc. werden die logische Konsequenz der U-Bahnverlängerung sein, da die Verlängerung der U1 ohne massive Verbauung des betroffenen Gebietes nicht wirtschaftlich sein kann!
Stadtrat Schicker dazu:
Die U-Bahn als Motor der Stadtentwicklung
Utl.: Die nächste Ausbaustufe wird neue Stadtentwicklungsgebiete erschließen
Information der Stadt Wien
„Die Bevölkerungsentwicklung einer Großstadt wie Wien ist zunehmend von negativer Geburtenbilanz gekennzeichnet. Ob daher die Bevölkerungszahl stabil bleibt oder anwächst, hängt wesentlich von zwei Komponenten ab: (1) der Zuwanderung in die Stadt sowie (2) der Abwanderung, wobei der Suburbanisierung meist zentrale Bedeutung zukommt. Ohne Zuwanderung würde die Stadt auf jeden Fall Einwohner verlieren, da die Wohnpräferenzen für suburbane Wohnstandorte für viele Nachfragegruppen im Stadtgebiet nicht realisierbar sind (Preis, Bodenverfügbarkeit, Bündel an Ausstattungseigenschaften).“
Bevölkerungsentwicklung in Wien: Zu den Chancen und Problemen der Integration von ZuwanderInnen von Rudolf Giffinger
Die Prognose für das Bevölkerungswachstum kann durchaus in Frage gestellt werden. Je weiter eine Prognose in die Zukunft reicht und je mehr Unsicherheitsfaktoren somit zusammenkommen, desto unsicherer wird sie!
Und: Sollte die Stadt Wien bis 2050 entsprechend der Prognose wachsen, dann bleibt immer noch eine Frage offen:
Wenn die Stadt Wien im Jahr 2050 soundso viele neue Wohnungen braucht, warum werden die dann schon im Jahr 2010 oder 2015 gebaut, dann 35 oder 40 Jahre lang quasi ungenutzt erhalten (auf wessen Kosten?) und schlussendlich erstals veraltete Wohnanlagen endlich bezogen?
Mit anderen Worten: Sollte die Stadt Wien im Jahre 2050 diese Wohnungen brauchen, warum werden diese nicht erst dann errichtet?
Als Alternative zur U-Bahn bietet sich idealerweise eine Schnellstraßenbahn an. Durch entsprechende Ampelregelung hat die Schnellstraßenbahn immer Vorrang und muss nur bei den Haltestellen stehen bleiben. Sie fährt im 2-Minuten Takt, Pläne dazu gibt es bereits bei den Wiener Verkehrsbetrieben.
„Weltweit ist Renaissance der Strassenbahn feststellbar. Ihre Vorteile: kostengünstiger als U-Bahn, rascher realisierbar, komfortträchtig, kurze Reisezeit, kurze Zugangswege, weil engere Haltestellenabstände ...“
Zitat: Stadtrat DI Rudolf Schicker, nachzulesen: Strategische Umweltprüfung Entwicklungsraum Nordosten Wien, Präsentation und BürgerInnen-Forum am 7. April 2003 – HdB 22
Eine Schnellstraßenbahn ist in der Errichtung billiger als die U-Bahn. Allerdings gibt es keine Aufteilung der Kosten im Verhältnis 50 : 50 zwischen Bund und Land Wien, wie dies bei der U-Bahn der Fall ist.
Die Stationsgebäude einer U-Bahn sind in der Errichtung massiv teurer als eine Straßenbahnstation.
Insgesamt kann von einem ungefähren Verhältnis der Kosten bis Fertigstellung von ca. 1 : 10 (Schnellstraßenbahn : U-Bahn) ausgegangen werden.
Durch eine doch wesentlich kürzere Bauzeit und wesentlich sanftere Eingriffe in die Natur ist bei einer Schnellstraßenbahn deutlich weniger Belastung durch Lärm, Staub, LKW-Verkehr zu erwarten. Auch ist bei einer Schnellstraßenbahn keine „Stadtentwicklung in Rothneusiedl um jeden Preis“ notwendig!
Durch kürzere Distanzen zwischen den Haltestellen und damit kürzere Wege von und zur Haltestelle (im Vergleich zur U-Bahn) ist die Schnellstraßenbahn für die Fahrgäste leichter zu erreichen. Bei einer beschleunigten Streckenführung und kürzeren Intervallen (2 bis 2,5 Minuten - vergleichbar mit den geplanten U1-Intervallen) ist die Schnellstraßenbahn eine sehr attraktive Alternative!
Durch eine flexiblere Streckenführung ist die Erschließung von Oberlaa ohne weiteres möglich!
Die Kapazität einer Schnellstraßenbahn entspricht den Gegebenheiten eher als die U-Bahn — und für ihren wirtschaftlichen Betrieb ist keine Verbauung von Rothneusiedl erforderlich.
| 1 km U-Bahnbau | bis zu 140.000.000,- € |
| 1 km Straßenbahnbau | ca. 2.000.000,- € |
| 1 U-Bahn Garnitur (ca. 900 Fahrgäste) | ca. 10.000.000,- € |
| 1 Garnitur Niederflurstraßenbahn (ca. 200 Fahrgäste) | ca. 3.000.000,- € |
| U-Bahn: Planung bis Fertigstellung | ca. 10 Jahre |
| Schnellstraßenbahn: Planung bis Fertigstellung | ca. 2 Jahre |
Stadtentwicklung in Wien: U-Bahn-Linie U 1 Süd:
Verlängerung von Reumannplatz nach Rothneusiedl
Seite der Stadt Wien mit einer Beschreibung der U1 Verlängerung (Planungsstand 2006) und einer Karte der geplanten U1-Trasse im Format JPG.
Ausstellung U1-Süd
im Format PDF, Trassen-Plan mit Legende (Bauweise) auf der 2. Seite.
Wiener Linienpläne Online - Haltestellenpläne Demo
Streckenführung der Wiener Linien, im Format FLASH.
Klicken Sie bitte auf das Straßenbahnschild, dann auf die Nummer 67. Zoomen mit der rechten Maustaste und Schieben der Karte ist möglich.
Unterschriftenliste als PDF herunterladen
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