Offener Brief der Bürgerinitiative an Bürgermeister Dr. Michael Häupl
Am 23. April 2007, im Vorfeld unseres ersten Pressegesprächs, wurde ein Brief an Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl verschickt. In diesem Schreiben wurde die massive Abneigung von großen Teilen der Favoritner Bevölkerung gegen das angedachte Stadion- und EKZ-Projekt „Rothneusiedl“ kommuniziert.
Es wurde dabei vor allem auf die Auswirkungen eines solchen „Mega-Einkaufszentrums“ auf den gesamten südlichen Teil Wiens hingewiesen. Außerdem wurde angeprangert, dass die Stadt Wien dieses Projekt der Wiener Bevölkerung unter dem Deckmantel eines „Stadion Rothneusiedl“ verkaufen möchte, welches der Konzern MAGNA angeblich der Wiener Austria „schenken“ möchte!
Antwort der MA 18 vom 16. Mai 2007 auf diesen offenen Brief
Von Hrn. Bürgermeister Dr. Häupl persönlich kam keine Reaktion....; eine solche kam von Seiten der mit der Stadtplanung beauftragten Magistratsabteilung 18.
=> In dem Antwortschreiben der MA 18 vom 16. Mai 2007 wird versucht, zu beruhigen und das Projekt als „in Wahrheit noch gar nicht existent“ zu bezeichnen!
Auch eine „Projektstudie gäbe es noch nicht“, obwohl genau jenes 14-seitige Protokoll der MA 18 seit März 2007 bereits in den Händen unserer Bürgerinitiative ist...
Dieses Schreiben ist deshalb für uns als Antwort inakzeptabel und zeigt unserer Meinung nach einmal mehr, dass die betroffenen Anrainer vom sehr wohl bereits laufenden Planungsprozess ausgeschlossen werden sollen!
Die Bürgerinitiative bittet am 25.06.2007 die MA 18 um Klärung
In unserer Entgegnung vom 25. Juni 2007 konfrontierten wir die MA 18 mit genau diesen Widersprüchlichkeiten. Wir forderten die MA 18 - und mit ihr die Stadt Wien - auf, die Bevölkerung der betroffenen Gebiete in die Planungen einzubinden. Außerdem sollte die Informationspolitik geändert und mehr Transparenz an den Tag gelegt werden.
Tenor: „Die Lebensqualität der Menschen sollte nicht den Interessen der Investoren geopfert werden!“
Antwort der MA 18 vom 26. Juli 2007
Die Antwort aus der MA 18 fällt sehr ironisch aus. Es werden alle geplanten Projekte nochmals aufgelistet. Diese Anküdigung soll „viele BürgerInnen von Favoriten mit großer Freude erfüllt haben [!]“.
Die Bürgerinitiative bittet am 19.10.2007 die MA 18 um ein Treffen
Wir fordern erneut und mit Nachdruck eine Bürgerbeteiligung, die diesen Namen auch verdient und wir bitten um ein baldiges Treffen.
Antwort der MA 18 vom 25. Oktober 2007
Laut MA 18 bleibt das Versprechen der Information und Einbeziehung der Bevökerung aufrecht.
Dieser Brief mit der Bitte um Stellungnahme wurde im Vorfeld des Pressegesprächs vom 26.04.2007 per E-Mail und per Post an Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl geschickt.
Rothneusiedl, 23. April 2007
Bürgerinitiative
„STOPP Mega City Rothneusiedl“
c/o GH Rothneusiedlerhof Himbergerstraße 53
1100 Wien
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Häupl!
Auf diesem Weg erlauben wir uns, Ihnen mitzuteilen, daß gegen das von Ihnen mitbeschlossene Projekt „Rothneusiedl“ massiver Widerstand seitens der Favoritner Bevölkerung besteht. Auch wenn Magna noch keine konkreten Bebauungspläne eingereicht hat, haben wir die große Befürchtung, dass dieses Stadion-Projekt nur der Deckmantel für ein Einkaufsareal ist. Ein derartiges Einkaufszentrum rechnet sich aber nur bei einer bestimmten – sehr großen – Größe. Damit würden weite Teile des Grüngürtels im Süden Wiens zerstört.
Die Bürger im Süden Wiens – und es handelt sich hierbei um nicht einige wenige, sondern um viele tausende! – sind nicht gewillt, einer Zerstörung ihres Lebensraumes sowie einen Zusammenbruch der geschäftlichen Nahversorgung widerspruchslos hinzunehmen!
Daher haben wir, besorgte Rothneusiedler Bürgerinnen und Bürger, die Bürgerinitiative „STOPP Mega City Rothneusiedl“, gegründet, um diesem Protest ein Gesicht zu verleihen. Das große Interesse und die breite Zustimmung bei unseren ersten Versammlungen zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Wir ersuchen Sie daher, die Anliegen vieler tausender Wiener Bürger Ernst zu nehmen und dieses von Ihnen vorangetriebene Projekt, welches gegen jede stadtplanerische Vernunft spricht und in den Medien mehrfach scharf kritisiert wurde, nochmals zu überdenken!
Wir möchten Sie außerdem darüber informieren, dass wir in wenigen Tagen ein Pressegespräch planen, wo wir der Öffentlichkeit alle derzeit bekannten Fakten näher bringen wollen. Wir laden Sie herzlich zu einer Stellungnahme zum Projekt „Rothneusiedl“ ein, die wir natürlich auch auf unserer Website veröffentlichen wollen.
Selbstverständlich stehen wir gerne jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung!
Mit freundlichen Grüßen
Erich Guzmits
Sprecher der Bürgerinitiative
„STOPP Mega City Rothneusiedl“
www.stoppmegacity.at
e-mail: info@stoppmegacity.at
... bisher noch keine ...
MA 18 – L/59/07
Herrn
Erich Guzmits
Sprecher der Bürgerinitative
„Stopp Mega City Rothneusiedl“
info@stoppmegacity.at
Wien,16.05 2007
Bürgerinitiative
„Stopp Mega City Rothneusiedl“
zu MDP – 1659/2007-0005
zu GSV – 936/2007
Sehr geehrter Herr Guzmits!
Wir bedanken uns für Ihr Schreiben vom 24. April 2007, das Hr. Bürgermeister Dr. Michael Häupl mit dem Ersuchen einer direkten Beantwortung an uns weitergeleitet hat.
Sehr geehrter Herr Guzmits, wir wollen zunächst einige Begriffe klarstellen. Wir sprechen nicht von einem „Projekt Rothneusiedl“, sondern von einem „Zielgebiet Rothneusiedl“ und es kann auch noch keine „... konkreten Bebauungspläne ...“ geben, weder von einer Firma Magna noch von sonst jemandem „...eingereicht...“. Denn dazu bedürfte es nach unseren festgeschriebenen Verfahrensregeln zunächst eines „Masterplans“, auf dessen Grundlagen erst ein „Flächenwidmungs- und Bebauungsplan“ erstellt würde. Und das alles gibt es noch nicht.
Aber der Reihe nach:
Rothneusiedl ist jenes Gebiet in Wien, das im Stadtentwicklungsplan 2005 (STEP 05) als „Zielgebiet Rothneusiedl“ genannt wird. Das ist an sich nichts Neues, denn bereits im Stadtentwicklungsplan 1994 (STEP 94) wurde Rothneusiedl als „potenzielles Stadtentwicklungsgebiet“ ausgewiesen. In der Zwischenzeit ist allerdings einiges passiert. Die Südrandstraße S1 mit ihren Anschlussstellen an die Laxenburgerstraße sowie Himbergerstraße ist in Betrieb, die ÖBB planen den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie, sowie die Errichtung eines sogenannten Güterverteilzentrums entlang dieser Linie. Die generellen Planungen für die Verlängerung der U-Bahnlinie U1 nach Rothneusiedl stehen vor dem Abschluss. Und schließlich scheint im Ausbauprogramm des Bundes eine weitere Anschlussstelle an die S1 für die geplante Errichtung einer „Verbindungsspange“ zwischen S1 und Südosttangente A23 auf. All dies sind bestehende bzw. geplante Vorleistungen, die als Vorgaben für die Entwicklung dieses Gebietes Sinn machen.Unsere Aufgabe besteht nun vor allem darin, zu trachten, dass diese Entwicklung harmonisch sowie ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich – oder wie wir im Fachdeutsch sagen: nachhaltig – abläuft. Wir wollen die Grundlagen dafür schaffen, dass die Vorteile dieser Entwicklung für unsere Stadt – und hier vor allem für unsere Bürgerinnen und Bürger – überwiegen, dass die Durchmischung von attraktiven Wohnungen mit zukunftsweisenden Arbeitsplätzen positiv gelingt und dass die Versorgung mit genügend großen Freiflächen für Erholung, Sport und Freizeit sichergestellt ist. Selbstverständlich wird dabei besondere Rücksicht auf die bereits dort wohnende Bevölkerung genommen.
Sehr geehrter Herr Guzmiz, wir arbeiten an einem Konzept, das den genannten Zielvorgaben entsprechen soll. Es ist uns natürlich bekannt, dass durch in letzter Zeit immer häufiger kolportierte Meldungen viele Menschen in diesem Gebiet verunsichert und oft auch erschreckt werden. Seien Sie versichert, dass viele dieser Ankündigungen übertrieben oder sogar falsch sind. Die von Ihnen organisierte Bürgerinitiative bildet da keine Ausnahme. Auch Sie haben mit Ihrer Ankündigung, Sie hätten eine Studie der Magistratsabteilung 18 über ein „... beschlossenes Einkaufszentrum ...“ in Händen, nicht gerade zur Beruhigung beigetragen. Es war – wie sich schließlich herausstellte und wie es nicht anders zu erwarten war – lediglich ein Aktenvermerk aus einer Besprechung.
Wesentliche Voraussetzung für einen Abschluss der Gesamtplanung für Rothneusiedl sind aber insbesondere die Klärung der vollständigen Grundstücksverfügbarkeit und die politische Absicherung der Verlängerung der U1 durch den Bundesfinanzminister. Die Stadt Wien hat den Ausbaubeschluss schon lange gefaßt.
Wir hoffen, mit diesen Erklärungen einen Beitrag zur Information über den Stand der Dinge in Rothneusiedl gegeben zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
SR DI Karl Glotter
4000/88812
der Abteilungsleiter
e.h.
DI Thomas Madreiter
An Herrn DI Glotter
Magistrat der Stadt Wien
Magistratsabteilung 18
Stadtentwicklung und Stadtplanung
MA 18 – L/59/07
Rothneusiedl, 25. Juni 2007
Sehr geehrter Herr DI Glotter!
Herzlichen Dank für Ihre Antwortschreiben vom 16. Mai 2007!
Wir möchten kurz auf einige Punkte Ihres Schreibens, die einer Klärung bedürfen, eingehen:
Sie schreiben, dass der STEP 94 Rothneusiedl als „potentielles Zielgebiet“ aufweist, erwähnen aber in keiner Weise den wichtigen Umstand, dass es sich damals um eine „Option“ handelte. Und diese „Option“ wurde – und genau dies ist der Punkt, den wir und viele andere Bewohner dieser Stadt mehr als merkwürdig finden – im Zuge eines Bebauungswunsches des Konzerns MAGNA bevorrangt...!
Sie sprechen von „keinen konkreten Planungen“, erwähnen aber in keiner Weise den Umstand, dass MAGNA seitens der Gemeinde Wien in der Gemeinderatssitzung vom 2. März 2007 eine Kaufoption bis zum Jahre 2015 für die Flächen in Rothneusiedl zugesprochen wurde.
Zu besagtem Bebauungswunsch des Konzerns MAGNA gab es von Ihrer Abteilung sehr wohl eine Studie - keineswegs nur einen „Aktenvermerk aus einer Besprechung“, wie Sie schreiben! (Obwohl im Kopf als „Protokoll vom 18. Jänner 2007“ bezeichnet, möchte ich für dieses Protokoll aufgrund der Offensichtlichkeit in meinen weiteren Ausführungen sehr wohl die Bezeichnung „Studie“ dafür verwenden!).
In dieser 14-seitigen Studie, die wir sehr genau gelesen haben, beschreiben Sie anschaulich, welche Auswirkungen ein Stadion samt großflächigem EKZ auf den gesamten südlichen Bereich Wiens haben würde; nicht umsonst kommen Sie am Ende dieser Untersuchung zum Ergebnis: „Das Vorhaben erscheint derzeit nicht genehmigungsfähig!“ Sie erwähnen diesen entscheidenden Punkt mit keinem Wort in Ihrem Schreiben vom 16. Mai...
Sie schreiben weiters, dass eine künftige Stadtentwicklung „ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich“ (Sie erwähnen das neue Mode-Wort „nachhaltig“...) sein sollte und dass „...die Versorgung mit genügend großen Freiflächen für Erholung, Sport und Freizeit sichergestellt ist. Selbstverständlich wird dabei besondere Rücksicht auf die bereits dort wohnende Bevölkerung genommen.“
All dies widerspricht der oben erwähnten Studie Ihrer Abteilung, wo ja auf den einzelnen Seiten immer wieder genau diese Nachhaltigkeit massiv in Frage gestellt wird!
Warum wurde MAGNA jene berühmte Option erteilt, ohne noch Verhandlungen mit den dortigen Grundstückseigentümern geführt zu haben...?
Warum wird hierüber nichts Genaueres verlautbart...? Nicht wichtig genug für die Bevölkerung...?
Unter den obigen Fakten, die ja nicht nur uns als Bürgerinitiative bekannt sind, und der damit einhergehenden „nicht vorhandenen Informationspolitik“ seitens der Gemeinde Wien ist es wohl wenig verwunderlich, dass die Bevölkerung im Süden Wiens beunruhigt ist!
Denn eines ist klar: Wenn eine Entwicklung zum Nachteil der Menschen in diesem Gebiet erst einmal im Gange ist, dann ist es sehr schwer, noch Korrekturen vorzunehmen (Beispiel: Ein Bescheid im Zuge des Baues der S1 wurde der damaligen Bürgerinitiative erst 2 Monate nach Eröffnung der Autobahn zugestellt...)
Die Menschen trauen der Sache einfach nicht...
Darüber hinaus bezweifeln wir in Ihrem Schreiben vom 16. 5. die Aktualität Ihrer Aussage bezüglich der „A24“...
Herr DI Glotter, wie Sie ersehen können, trug Ihr Antwortschreiben keineswegs zur Beruhigung bei, sondern es verstärkt den Schluss, dass die hier ansässigen Bewohner nur „ruhig gestellt“ und womöglich auch desinformiert werden sollten (Hierzu passt auch sehr gut die sogenannte „Informationsveranstaltung“ am 21.12.2006 im HDB im Hansson-Zentrum...)!
Lassen Sie mich zum Abschluss noch einmal betonen: wir, die Bewohner des südlichen Teils von Favoriten, möchten uns und unseren Kindern auch jenen Schatz bewahren: hier in Rothneusiedl in einer beinahe intakten Natur nicht nur zu WOHNEN, sondern auch zu LEBEN!
Wir sind überzeugt, dass Sie dies als verantwortungsvoller Stadtplaner verstehen können und möchten Sie im Namen vieler Empörter ersuchen, mitzuhelfen, die Politik der Stadt Wien in Bezug auf das Gebiet Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl dahingehend zu ändern, dass die Bevölkerung auch TATSÄCHLICH eingebunden wird! Denn derzeit ist diese oft zitierte „Bürgerbeteiligung“ ein reines Lippenbekenntnis...
Mit freundlichen Grüßen
Erich Guzmits
Sprecher Bürgerinitiative
STOPP Mega City Rothneusiedl
www.stoppmegacity.at
P.S.: Wir erlauben uns, dieses Schreiben sowie Ihre allfällige Antwort zur allgemeinen Information auf unsere Website zu stellen!
MA 18 – L/59/07
Herrn
Erich Guzmits
Sprecher der Bürgerinitative
„Stopp Mega City Rothneusiedl“
info@stoppmegacity.at
Wien,26.07 2007
Sehr geehrter Herr Guzmits!
zunächst herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 25. Juni 2007 als Antwort auf unsere Anfragebeantwortung vom 16. Mai 2007. Und entschuldigen Sie bitte, daß wir auf Grund der Urlaubszeit erst jetzt darauf reagieren.
Aber in der Zwischenzeit ist ja auch einiges geschehen, das Ihnen als interessierten Beobachter der städtebaulichen Entwicklungen nicht entgangen sein wird und das vor allem viele Bürgerinnen und Bürger, die im südlichen Teil von Favoriten zu Hause sind, mit großer Freude erfüllt hat:
nach lange dauernden Verhandlungen ist es gelungen, eine Vereinbarung zwischen der Stadt Wien und dem Bund zu treffen, welche die Stadt Wien und die Wiener Linien in die Lage versetzt, zügig mit den Planungsarbeiten zur Verlängerung der U 1 weiterzumachen, so dass mit einer Fertigstellung der Trasse nach Rothneusiedl etwa 2015 gerechnet werden kann.
Das wird vielen Menschen eine Erleichterung in ihrer Mobilität bringen und für die ambitionierten Ziele der Stadt zur Erreichung des Umweltverbundes einen großen Schritt voran bringen.
Noch dazu, wo, ebenfalls in den letzten Wochen, die positive Entscheidung für die rasche Errichtung einer weiteren Anschlussstelle an der S 1 im Bereich von Rothneusiedl gefallen ist, so dass eine lang gestellte Forderung aller Verantwortlichen, denen die Umwelt und deren sorgsamer Umgang mit ihr ein großes Anliegen ist, ebenfalls erfüllt werden kann: nämlich die Errichtung einer attraktiven P & R Anlage am Knoten einer hochrangigen IV Anlage mit einer hochrangigen ÖV Anlage. Es wird daher gelingen, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen, auch das ein immer wieder genanntes Ziel der Stadt Wien.
Und wenn ich Ihnen jetzt noch sage, daß durch die Errichtung dieser Anschlussstelle auch die Österreichischen Bundesbahnen in die Lage versetzt werden, ihr lange Zeit geplantes Projekt eines Güterverteilzentrums im Bereich Inzersdorf/Metzgerwerke umzusetzen, bin ich sicher, mit Ihnen einer Meinung zu sein: wir bemühen uns nicht nur, umweltgerechte Konzepte zu erstellen sondern diese auch umzusetzen.Aber nun zu Ihren Kommentaren im Schreiben vom 25. Juni 2007.
Viel mehr verwunderlich als die Tatsache, dass Sie im Besitz eines internen Protokolls sind, ist ihre Beharrlichkeit, dieses Protokoll nach wie vor als „Studie“ zu bezeichnen.
Aber wie auch immer, Sie sind dadurch bestens informiert über den Stand der Dinge, der - wie eingangs geschildert - zum Teil bereits durch reale Fakten bestätigt wurde. Durch diese Entscheidungen sind wesentliche – noch nicht alle! – Voraussetzungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen worden.
Ich zitiere aus dem Protokoll S. 4: „... Glotter hält fest, .dass das Gebiet aus Sicht der Stadt Wien nur dann entwickelt werden, wenn eine verkehrliche Erschließung möglich ist und die Grundeigentumsfrage geklärt ist ...“
Bei der Besprechung am 18. Jänner 2007, dessen Protokoll sie immer wieder zitieren, haben die von uns eingeladenen Experten für Verkehr und Standortfragen Gelegenheit bekommen, aus ihrer fachlichen Sicht verschiedene angenommene Entwicklungsvarianten zu kommentieren, auf daraus sich ergebende Erfordernisse hinzuweisen, um kontraproduktive Entwicklungen zu vermeiden. Bei dieser Sitzung war auch ein Vertreter eines möglichen Investors eingeladen, um dessen Vorstellungen zu präsentieren. Eines Investors, dem von Wiener Gemeinderat durch einen Vertrag die Option eingeräumt wurde – nach Erfüllen einiger wichtigen Vorbedingungen – Grundstücke der Stadt Wien zu erwerben.
Sie werden nach Lektüre des Protokolls erkannt haben müssen, daß nach Diskussion folgendes Resümee gezogen wurde: Ich zitiere aus S. 8: „... von der Stadt Wien wird festgehalten, dass die zukünftigen Nutzungen in Rothneusiedl mit den generellen Raumplanerischen Zielen der Stadt Wien abgestimmt werden müssen.
Die Wünsche des Investors widersprechen derzeit einigen dieser Ziele ....“.All das, sehr geehrter Herr Guzmits hindert Sie jedoch nicht daran, weiterhin mit Misstrauen unseren Bemühungen zu einer vernünftigen, ich verwende hier wieder den Begriff: nachhaltigen Entwicklung der Stadt gegenüberzustehen.
Ich versichere Ihnen, dass nach Vorliegen eines sogenannten Masterplanes die Zusammenarbeit mit allen Betroffenen und Interessierten stattfinden wird. Ein Masterplan hat den Sinn, in groben Zügen die Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und ist noch lange nicht das Ende der Planungsgeschichte. Ganz im Gegenteil: er stellt die eigentliche Diskussionsgrundlage dar.
Ich würde mich freuen, wenn Sie uns das Vertrauen entgegenbrächten und sich davon überzeugen ließen, dass „Bürgerbeteiligung“ in der Stadt Wien kein „reines Lippenbekenntnis“ ist.
Sie werden Gelegenheit haben, ihre Meinung und Anliegen mit uns auszutauschen.
Mit freundlichen Grüßen
SR DI Karl Glotter
4000/88812
der Abteilungsleiter
e.h.
DI Thomas Madreiter
An Herrn DI Glotter
Magistrat der Stadt Wien
Magistratsabteilung 18
Stadtentwicklung und Stadtplanung
MA 18 – L/59/07
Rothneusiedl, 19. Oktober 2007
Sehr geehrter Herr DI Glotter!
seit unserem letzten Briefverkehr ist nun einige Zeit verstrichen - und die Sorgen der Menschen in Rothneusiedl sind gleich geblieben!
Wie Sie es in Ihrer Korrespondenz mit uns sowie in einem Interview in der jüngsten Ausgabe des Bezirksjournals sehr richtig betonen, ist die Bevölkerung im Süden von Favoriten in der Tat sehr stark verunsichert. Diese Verunsicherung und Verärgerung der Menschen hier in Rothneusiedl entsteht durch das starke Gefühl, unzureichend informiert zu werden.
Daher möchten wir Sie höflichst um ein Treffen ersuchen, in dem bestehende Missverständnisse geklärt und die Möglichkeiten einer Einbeziehung der Bevölkerung in die Planunsgsarbeiten - wie in allen Ihren Aussendungen verprochen - diskutiert werden können!
In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleiben wir
Mit freundlichen Grüßen
Erich Guzmits
Sprecher Bürgerinitiative
STOPP Mega City Rothneusiedl
www.stoppmegacity.at
MA 18 – L/59/07
Herrn
Erich Guzmits
Sprecher der Bürgerinitative
„Stopp Mega City Rothneusiedl“
info@stoppmegacity.at
Wien,25.10 2007
Sehr geehrter Herr Guzmits!
Herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 19. Oktober 2007. Ich freue mich, dass Sie nach so langer Zeit wieder Kontakt mit uns aufgenommen haben.
Allerdings habe ich diese längere Pause auch als Erkenntnis ihrerseits interpretiert, dass eine zeitlich falschliegende Öffentlichkeitsarbeit nicht nur aus grunderwerbstechnischen Gründen kontraproduktiv sondern auch insgesamt für eine zielführende Entwicklung des Gebietes nicht hilfreich wäre. Denn eines hat sich seit unserem letzten brieflichen Kontakt nicht geändert, dass – was ich sowohl in dem von Ihnen zitierten Protokoll einer Besprechung von 18. Jänner 2007 als auch in meinem Schreiben von 26. Juli 2007 festgehalten habe, - „...das Gebiet aus Sicht der Stadt Wien nur dann entwickelt werden könne, wenn...die Grundeigentumsfrage geklärt ist...“. Dies ist allerdings bisher noch nicht geschehen, sodass eine wesentliche Voraussetzung für die Einbeziehung von Außenstehenden in die Planungsüberlegungen, nämlich das vorhanden sein zumindest eines „Leitbildes für die Siedlungsentwicklung“ aus Sicht der Stadt noch nicht in der erforderlichen Ausarbeitung zur Verfügung steht.
Das Versprechen der Information und der Einbeziehung der Öffentlichkeit in diePlanungsüberlegungen zum geeigneten Zeitpunkt bleibt aufrecht.
Mit freundlichen Grüßen
Der Projektkoordinator
DI Karl Glotter
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